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Die Druckabteilung im Deutschen Technikmuseum ist wieder da

Schnellpresse Frankenthal/Heidelberg, Maschinenbauanstalt A. Hamm, um 1895

Letzte Woche waren wir bei der Wiedereröffnung der Druckabteilung „Schriften, Bilder und Zeichen“ im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Das war sehr sehenswert, denn 1) ist die Ausstellung wirklich gelungen und 2) war es proppenvoll! Über dieses große Interesse an der Druckkunst haben wir uns natürlich sehr gefreut.

Großer Besucherandrang während der Ausstellungs-Eröffnung am 25.1.2019

Dargestellt werden die fünf Hauptthemen Schriftherstellung und Schriftsatz sowie Drucken von Schriften, Bildern und Zeichen. Unten findet Ihr einige Informationen des Museums über die Ausstellung, die sich als „Lernort mit Werkstattcharakter“ versteht.

Doch nicht nur die Ausstellung selbst hat uns beeindruckt. Das Museum hat auch ein kluges Leit- und Informationssystem aufgebaut, das die Ausstellung mittels Braille-Schrift und anderen taktilen Elementen blinden und seheingeschränkten Besuchern erschließt. Gestaltet wurde das System von der Berliner Designerin Ellen Schweizer (www.schweizergestaltung.de), darüber werden wir später noch etwas ausführlicher berichten.

Druckletter mit Firmenlogo der über lange Zeit international bedeutenden Berliner Schriftgießerei H. Berthold AG (1858-1993) zur Nutzung im Handsatz. In der Sammlung, der Bibliothek und im Archiv der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin werden umfangreiche Bestände der Firma H. Berthold, ehemals unter anderem Mehringdamm 43, aufbewahrt. Der Firmengründer war Hermann Berthold. Unter dem Direktor Oscar Jolles erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg ein Zusammenschluss mit den Schriftgießereien F. A. Brockhaus, Gottfried Böttger, Klinkhardt, C. F. Rühl und Ferdinand Theinhardt. Bildrechte: SDTB / Foto: Clemens Kirchner
Druckletter mit Firmenlogo der über lange Zeit international bedeutenden Berliner Schriftgießerei H. Berthold AG (1858-1993) zur Nutzung im Handsatz. In der Sammlung, der Bibliothek und im Archiv der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin werden umfangreiche Bestände der Firma H. Berthold, ehemals unter anderem Mehringdamm 43, aufbewahrt. Der Firmengründer war Hermann Berthold. Unter dem Direktor Oscar Jolles erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg ein Zusammenschluss mit den Schriftgießereien F. A. Brockhaus, Gottfried Böttger, Klinkhardt, C. F. Rühl und Ferdinand Theinhardt. Bildrechte: SDTB / Foto: Clemens Kirchner
Vorführung im Steindruck
Vorführung im Steindruck
Columbia-Handpresse Original, Edinburgh, 1835
Columbia-Handpresse Original, Edinburgh, 1835

Hier geht es zur Website des Museums. Und hier noch der Pressetext des Museums:

Lebendige Ausstellung

Die Ausstellung bleibt ein lebendiger Lernort mit Werkstattcharakter. Neben dem Betrieb der Lehrdruckerei und den Vorführungen verschiedener Druckpressen sowie einer Linotype (1972) wird in Zukunft auch der Steindruck vorgeführt. Hands-on-Exponate und Multimedia-Angebote bieten den Besucherinnen und Besuchern vielseitige Zugänge zu den Ausstellungsinhalten. Filme zeigen die alten Techniken in Aktion, sie veranschaulichen die einzelnen Arbeitsschritte an den Maschinen oder geben Einblicke in die Arbeit in historischen Werkstätten.

Technische Entwicklung des Druckens seit Gutenberg

Die Ausstellung veranschaulicht die technische Entwicklung der Drucktechniken seit den Innovationen Johannes Gutenbergs um 1450. Der thematische Fokus liegt auf der Zeit zwischen der Industrialisierung seit 1800 und dem Beginn der Ablösung des Hand- und Maschinensatzes durch optomechanische Verfahren wie dem Fotosatz Ende der 1950er Jahre. Dabei werden die vier Hauptdruckverfahren Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck exemplarisch vorgestellt. Diese künstlerischen Drucktechniken sowie ihre Mischformen wurden im März 2018 mit Beschluss der Deutschen UNESCO-Kommission in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Dauerhafte Präsentation des Steindrucks in Berlin

Das Deutsche Technikmuseum hat 2017 die komplette Werkstatt des Stein- und Offsetdruckmeisters Dietmar Liebsch übernommen. Dazu gehört auch eine bedeutende Sammlung von Lithografiesteinen des Lithografen Paul Mechel aus der Zeit um 1912. Die Werkstatt wurde in das Museum nach Berlin-Kreuzberg transportiert und ist nun Teil der neuen Dauerausstellung. Zudem wurde auch ein Teil des Wissens- und Erfahrungsschatzes von Dietmar Liebsch an den Vorführer des Museums, Stefan Krämer, weitergegeben.

Auf einer Ausstellungsfläche von 200 Quadratmetern werden den Besucherinnen und Besuchern die fünf Hauptthemen Schriftherstellung und Schriftsatz sowie Drucken von Schriften, Bildern und Zeichen präsentiert.

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