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Was ist oder macht ein Bogenfänger?

Bogenfängerin Lunia D´Ambrosio an der Johannisberger Schnellpresse

An der Johannisberger Schnellpresse drucken wir immer zu zweit: Mit einem Drucker und einem Bogenfänger (auch „Bogenvize“ genannt). Was ist oder macht ein Bogenfänger, bzw. eine Bogenfängerin?

Es gibt zwei Interpretationen.

  1. Einmal kann ein Bogenfänger eine Vorrichtung an einer Druckmaschine sein.
  2. Häufiger ist jedoch ein Helfer gemeint, der „[…] sofern die Maschine nicht mit Selbstausleger versehen ist […] den Bogen wendet und auf die schon daliegenden Bogen legt*. Sofern die Maschine einen Ausleger hat, sorgt/e der Bogenfänger dafür, „[…] dass die bedruckten Bogen in der Auslage der Druckmaschine ordentlich ausgerichtet lagen.“* Bevor jetzt jemand ruft: „Immer diese pingeligen Deutschen, ist doch egal, ob die Bogen ganz akkurat gestapelt liegen!“ Er kann gerne einmal versuchen, einen in sich verrutschten Stapel Bogen zu schneiden. Weiterlesen
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Die Ludlow-Zeilensetzmaschine läuft wieder

Ludlow Zeilensetzmaschine, Letterpress, Buchdruck, Buchhochdruck, Handsatz, Maschinensatz

Daniel war in den letzten Tagen damit beschäftigt, eine Ludlow-Zeilengießmaschine in der Galerie P98A wiederzubeleben. Vielen Dank auch an Don C. Black aus Canada und an Dafi Kühne aus der Schweiz für die tollen Tips inkl. Live-Video-Support bei der Instandsetzung!

Die Ludlow ist eine ganz besondere Maschine mit einem recht eingeschränkten Funktionsumfang. Mit ihr kann man eigentlich „nur“ im Handsatz Matrizen zu Zeilen setzen, die – mit Blei ausgegossen – eine druckbare Zeile ergeben.

Schön ist, dass man mit ihr spationieren und perfekt ausgleichen kann, wie im Handsatz eben. Da fragt man sich allerdings: Wenn ich hier wie im Handsatz arbeite, wozu brauche ich dann eine Setzmaschine? Da kann ich ja auch gleich in der gewünschten Bleischrift setzen? Doch genau darin liegt der Vorteil der Ludlow.

Letterpress, Buchdruck, Buchhochdruck, Handsatz, Maschinensatz

Ludlow-Zeilensetzmaschine

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Zu Gast beim 7. Walbaum-Wochende der Pavillon-Presse Weimar

7. Walbaum-Wochenende 2018; Foto: Pavillon-Presse Weimar e.V.

Im April waren wir zu Gast beim 7. Walbaum-Wochende „Letterpress Today“ der Pavillon-Presse Weimar. Daniel thematisierte in seinem Vortrag die großen Potentiale des Buchdrucks vom (Photopolymer-)Klischee, mit dem sich auch neue Gestaltungsideen hervorragend im Letterpress realisieren lassen. Die Platte wird bei uns direkt von der Datei belichtet, ohne Umweg über den Film.

Weitere Referenten waren: Marcus Bonszkowski und Tanja Huckenbeck von der Druckwerkstatt Höchst Schön, Marina Kampka sowie Dr. Susanne Richter vom Museum für Druckkunst Leipzig.

Die Fotos in diesem Post wurden uns vom gemeinnützigen Verein Pavillon-Presse Weimar e.V. bereitgestellt. Vielen Dank dafür an den Vorsitzenden, Ralf Herrmann.

7. Walbaum-Wochenende 2018; Foto: Pavillon-Presse Weimar e.V.

Daniel Klotz stellt die Offizin der Lettertypen vor und erläutert die Möglichkeiten des Buchhochdrucks vom Handsatz bis zum modernen Photopolymerklischee. 7. Walbaum-Wochenende 2018; Foto: Pavillon-Presse Weimar e.V.

7. Walbaum-Wochenende 2018; Foto: Pavillon-Presse Weimar e.V.

Marcus Bonszkowski und Tanja Huckenbeck von der Druckwerkstatt Höchst Schön bei ihrem Vortrag. 7. Walbaum-Wochenende 2018; Foto: Pavillon-Presse Weimar e.V.

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Buchdruck und historische Zeitungsentwicklung

Nicht nur das Buch profitierte von den Erfindungen Gutenbergs. Auch die Zeitungen erlebten bald eine...

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Nicht nur das Buch profitierte von den Erfindungen Gutenbergs. Auch die Zeitungen erlebten bald einen Aufschwung, der ohne den Buchdruck nicht möglich gewesen wäre.

Dienten die ersten Zeitungsausgaben vorwiegend dem Informationsbedürfnis der Kaufleute, kamen schon sehr bald auch die Anzeigemärkte in der Zeitung auf. Durch historische Zeitungen haben wir heute ein sehr genaues Bild vom Alltag der Menschen der letzten Jahrhunderte.

Umso bedauerlicher ist, dass in den 70er und 80er Jahren viele staatliche Archive ihre historischen Zeitungssammlungen auf Mikrofilm brachten und die Originale in den Müll warfen. Weiterlesen

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Georg Viertel suchte nur Lagerräume – und „fand“ ein Druckereimuseum

Georg Viertel suchte eigentlich nur Lagerräume für seinen Antiquitätenhandel in Burgstädt. Die fand ...

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Georg Viertel suchte eigentlich nur Lagerräume für seinen Antiquitätenhandel in Burgstädt. Die fand er auf dem Gelände der ehemaligen Druckerei Burgstädt – nebst einiger zurückgelassener Maschinen, aus denen er jetzt ein kleines privates Druckereimuseum formt.

Zu sehen gibt es: eine Kniehebelpresse, eine Etikettendruckmaschine, eine Kaschiermaschine „Patent Kosboth“, Anlagen für die Fotoreproduktion, eine Linotype CRTronic, eine Rossija-Setzmaschine (das russische Pendant zur Linotype), Urkunden, Bücher, Schriften …

Ein ganz besonderer Schatz ist ein Setzkabinett mit originalen Klischees großer DDR-Marken von BARKAS bis zur Leipziger Messe.

Die Ausstellung kann einmal im Jahr zur Museumsnacht sowie nach Absprache besichtigt werden.

Georg Viertel sucht übrigens noch ehrenamtliche Experten für historische Druck- und Buchbindemaschinen sowie für die Linotype CRTronic, die ihm beim Ausbau der Ausstellung sowie der Restaurierung einiger Maschinen behilflich sein wollen.


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Die Helden unserer Kindheit waren Drucker

Die Helden unserer Kindheit waren Drucker ... na ja, nicht ganz, aber Die Digedags waren schon cool....

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Die Helden unserer Kindheit waren Drucker … na ja, nicht ganz, aber Die Digedags waren schon cool. In der Amerika-Serie arbeiten sie in einer Zeitungsdruckerei – an einer Kniehebelpresse! Für unseren Daniel war das womöglich die frühkindliche Prägung seiner Berufswahl 🙂

Von welcher Presse sich der Schöpfer der Digedags, Hannes Hegen (mit bürgerlichem Namen Johannes Hegenbarth) hat inspirieren lassen, wissen wir nicht.

Mit der Erfindung der Schnellpresse durch Friedrich Koenig 1811 sollten Kniehebelpressen für den Zeitungsdruck um 1860 herum (in dieser Zeit spielt die Digedags Amerika-Serie) eigentlich keine große Rolle mehr gespielt haben. Großes Format, hohe Auflagen und der Zeitdruck im Zeitungsgeschäft sprechen eher dagegen. Weiterlesen

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Die „Werkstatt Rixdorfer Drucke“ (oft auch nur „Rixdorfer Presse“ genannt), kommt nach 40 Jahren nach Berlin zurück

Die "Werkstatt Rixdorfer Drucke" (oft auch nur "Rixdorfer Presse" genannt), kommt nach 40 Jahren nac...

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Die „Werkstatt Rixdorfer Drucke“ (oft auch nur „Rixdorfer Presse“ genannt), kommt nach 40 Jahren nach Berlin zurück*. Kernstück ist eine „Kempewerk Andruckpresse“ 70 x 100 cm, die jetzt restauriert werden soll.

Leider fehlt der Farbkasten und die Auslage scheint auch nicht vollständig zu sein. Wer kennt „Kempewerk“ und hat bestenfalls sogar Dokumentationen, die helfen, die Maschine zu komplettieren?

Es soll noch Maschinen im Museum für Druckkunst in Leipzig geben, das recherchieren wir gerade. Im Historisches Museum der Stadt Bielefeld steht eine Kempewerk, die jedoch deutlich älter ist (vielen Dank an Dr. Gerhard Renda für die Auskünfte). Wir freuen uns über jeden Hinweis. Gott grüß die Kunst!

*Gegründet wurde die „Werkstatt Rixdorfer Drucke“ 1963 in einem Berlin-Kreuzberger Hinterhof. Technischer Grundstock war die Kempewerk Schnellpresse. 1966 schrieb der DER SPIEGEL: „Ihren ersten Ruhm als Berliner Lokal-Genies erwarben sie sich bei den Kneipwirten – fünf Bohemiens, die lieber schluckten als druckten. Doch inzwischen werden sie vor allem von Graphik-Sammlern hochgeschätzt. Ihre ‚Rixdorfer Drucke‘, Erzeugnisse aus einer alten Schnellpresse mit Handbetrieb, gelten als bibliophile Seltsamkeiten von Seltenheitswert“.1974 zog die Rixdorfer Drucke nach Gümse ins Wendland. Und jetzt ist die Presse wieder in Berlin, wo sie möglichst originalgetreu restauriert werden soll.

"Werkstatt Rixdorfer Drucke" (oft auch nur "Rixdorfer Presse" genannt)
"Werkstatt Rixdorfer Drucke" (oft auch nur "Rixdorfer Presse" genannt), Kempewerk Weiterlesen

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Heinz Stoffels stellte uns diese Scans aus seinem Buch über die Maschinenfabrik Johannisberg Geisenheim zur Verfügung

Heinz Stoffels stellte uns diese Scans aus seinem Buch über die Maschinenfabrik Johannisberg Geisenh...

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Heinz Stoffels stellte uns diese Scans aus seinem Buch über die Maschinenfabrik Johannisberg Geisenheim zur Verfügung. Auf einem Foto sah er unsere Johannisberger Schnellpresse, zu der wir – außer dem Baujahr (1924) und der Seriennummer – kaum Informationen besitzen. Dank Heinz können wir die Maschine nun etwas genauer typisieren, es dürfte sich um eine „Vorwärts Nr. 9“ mit der Bezeichnung „Massiv“ handeln, da diese drei Auftragswalzen besitzt. Heinz schrieb uns dazu: „Leider habe ich bis jetzt noch kein Bild vom Model ‚Stürmer‘ gefunden. Es ist die Maschine, an der ich während meiner Lehre gearbeitet habe. Sie hatte schon einen Anleger, wahrscheinlich nachgerüstet, aber keine Stapelauslage. Man musste immer, während die Maschine lief, soviel Bogen wie man fassen konnte herausnehmen. Die Maschine war von 1939.“ Vielleicht hat jemand von Euch Bilder und weitere Informationen? Lieber Heinz, vielen Dank für deine Hilfe! das ist das wirklich Schöne an der Letterpress-Gemeinde, dass es immer jemanden gibt, der bereit ist, mit Rat und Tat zu helfen!














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Original Heidelberger Tiegel 34 x 46

Bildschön und läuft und läuft und läuft ... Original Heidelberger 34 x 46 der damaligen Schnellpress...

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Bildschön und läuft und läuft und läuft … Original Heidelberger 34 x 46 der damaligen Schnellpressenfabrik AG Heidelberg, heute Heidelberger Druckmaschinen AG. Foto: Heidelberger Druckmaschinen AG



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Ein nostalgischer Blick auf die Anfänge des Buchdrucks, gesehen in einem Zigaretten-Album von 1934

Ein nostalgischer Blick auf die Anfänge des Buchdrucks, gesehen in einem Zigaretten-Album von 1934: ...

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Ein nostalgischer Blick auf die Anfänge des Buchdrucks, gesehen in einem Zigaretten-Album von 1934: „Bild 29, BUCHDRUCKERWERKSTATT. Bis zur Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg in Mainz um 1450 gab es nur handgeschriebene Bücher. Die geniale deutsche Erfindung machte es erst möglich, Gedankengut aller Art wie auch aktuelle Mitteilungen wirklich wohlfeil bis ins Volk zu tragen. Der heutige Stand unserer geistigen Kultur wäre undenkbar ohne diese umwälzende Erfindung.“ So ganz korrekt ist das nicht, denn der Buchdruck war schon vorher bekannt, nur eben nicht mit beweglichen Lettern, mit denen beliebiger Text (vergleichsweise) schnell gesetzt werden konnte. Auch ist nicht überliefert, wie genau die von Gutenberg verwendete Presse aussah, aber was solls … der enorme kulturelle Wert seiner Entwicklung ist unbestritten. Gott grüß die Kunst!







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