2019 Elemente im Handsatz

Über die Feiertage arbeitete Daniel an einer Neujahrskarte im Handsatz, bestehend aus 2019 Schmuckelementen. Für welches Jahr die wohl gedacht sein könnte? Davon wurden 2000 in Pantone Warmgrey und 19 in Cyan gedruckt. Das war einerseits eine recht meditative Arbeit, andererseits aber auch ganz schön fummelig. Zum Glück werden wir persönlich das Jahr 5019 nicht erleben 🙂

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Die Druckabteilung im Deutschen Technikmuseum ist wieder da

Schnellpresse Frankenthal/Heidelberg, Maschinenbauanstalt A. Hamm, um 1895

Letzte Woche waren wir bei der Wiedereröffnung der Druckabteilung „Schriften, Bilder und Zeichen“ im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Das war sehr sehenswert, denn 1) ist die Ausstellung wirklich gelungen und 2) war es proppenvoll! Über dieses große Interesse an der Druckkunst haben wir uns natürlich sehr gefreut.

Großer Besucherandrang während der Ausstellungs-Eröffnung am 25.1.2019

Dargestellt werden die fünf Hauptthemen Schriftherstellung und Schriftsatz sowie Drucken von Schriften, Bildern und Zeichen. Unten findet Ihr einige Informationen des Museums über die Ausstellung, die sich als „Lernort mit Werkstattcharakter“ versteht.

Doch nicht nur die Ausstellung selbst hat uns beeindruckt. Das Museum hat auch ein kluges Leit- und Informationssystem aufgebaut, das die Ausstellung mittels Braille-Schrift und anderen taktilen Elementen blinden und seheingeschränkten Besuchern erschließt. Gestaltet wurde das System von der Berliner Designerin Ellen Schweizer (www.schweizergestaltung.de), darüber werden wir später noch etwas ausführlicher berichten.

Druckletter mit Firmenlogo der über lange Zeit international bedeutenden Berliner Schriftgießerei H. Berthold AG (1858-1993) zur Nutzung im Handsatz. In der Sammlung, der Bibliothek und im Archiv der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin werden umfangreiche Bestände der Firma H. Berthold, ehemals unter anderem Mehringdamm 43, aufbewahrt. Der Firmengründer war Hermann Berthold. Unter dem Direktor Oscar Jolles erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg ein Zusammenschluss mit den Schriftgießereien F. A. Brockhaus, Gottfried Böttger, Klinkhardt, C. F. Rühl und Ferdinand Theinhardt. Bildrechte: SDTB / Foto: Clemens Kirchner
Druckletter mit Firmenlogo der über lange Zeit international bedeutenden Berliner Schriftgießerei H. Berthold AG (1858-1993) zur Nutzung im Handsatz. In der Sammlung, der Bibliothek und im Archiv der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin werden umfangreiche Bestände der Firma H. Berthold, ehemals unter anderem Mehringdamm 43, aufbewahrt. Der Firmengründer war Hermann Berthold. Unter dem Direktor Oscar Jolles erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg ein Zusammenschluss mit den Schriftgießereien F. A. Brockhaus, Gottfried Böttger, Klinkhardt, C. F. Rühl und Ferdinand Theinhardt. Bildrechte: SDTB / Foto: Clemens Kirchner
Vorführung im Steindruck
Vorführung im Steindruck
Columbia-Handpresse Original, Edinburgh, 1835
Columbia-Handpresse Original, Edinburgh, 1835

Hier geht es zur Website des Museums. Und hier noch der Pressetext des Museums:

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Der Tagesspiegel hat uns besucht

Letterpress, Lettertypen, Buchdruck, Zeitungsdruck

Der Tagesspiegel hat uns besucht und gestern (8.1.2019) einen sehr schönen Beitrag veröffentlicht – vielen Dank dafür an den Redakteur Andreas Conrad, der sich die Zeit und die Genauigkeit gegönnt hat, unsere Arbeit und unsere Ziele positiv zu hinterfragen und nicht nur huschhusch ein paar Zeilen zusammenzukloppen. Er berichtet von unseren Projekten, Maschinen und Zielen. Und von Daniels Auftritt als Drucker in der TV-Serie Babylon Berlin.

Die von ihm beschriebene Szene, dass unsere Johannisberger Schnellpresse Passanten anlockt, ereignet sich regelmäßig.

Ein Wunderwerk der Technik, allerdings der von 1924: eine Johannisberger Schnellpresse aus Geisenheim am Rhein, mit der man Papierbögen bis zu einer Größe von 130 mal 92 Zentimeter bedrucken kann. Ein Ungetüm, das, wenn sie erst mal loslegt, zuverlässig Passanten anlockt, die sich die Nase an den Fenstern ihres Heims plattdrücken oder schon mal neugierig Einlass begehren bei „Johannas“ Herrn und Meister Daniel Klotz, um zuzuschauen bei dem noch heute faszinierenden Druckvorgang – über ein halbes Jahrtausend nach Johannes Gutenbergs Wirkungszeit.

Liebe Fußgänger, Nachbarn und verirrte Nachtschwärmer: Bitte habt Verständnis dafür, dass wir nicht jeden spontanen Besucher einlassen bzw. ausführlich unterweisen und betreuen können. Wenn die Maschinen laufen, muss man ihnen tatsächlich die volle Aufmerksamkeit widmen. Da gibt es keine Sensoren und keinen Computer, der wacht. Sondern nur einen (oder zwei) Drucker.

Begleitet wurde Andreas Conrad von der Fotografin Doris Spiekermann-Klaas, die mit ihren Bildern die Stimmung hier in der Offizin sehr schön eingefangen hat.

Die Wiedergeburt der „Hesse Antiqua“ von Gudrun Zapf von Hesse

Ferdinand Ulrich mit Gudrun Zapf von Hesse; ©Norman Posselt · www.normanposselt.com

Was wäre der Buchdruck ohne Schriften? Nicht umsonst gilt die Erfindung der beweglichen Letter aus einer Blei-Legierung und der Handgießmaschine zu den wesentlichen Leistungen Gutenbergs, die Druckmaschine allein hätte ohne bewegliche Lettern nicht so viel Neues dargestellt.

Von der Letter über den Abzug zum Digitalisat | ©Norman Posselt · www.normanposselt.com

Im Laufe der Zeit sind unendlich viele Schiften entstanden. Viele gingen auch wieder verloren oder wurden einfach vergessen. Der Berliner Typograph Ferdinand Ulrich hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schriften zu entwerfen, zu pflegen und „verlorene“ Schriften wiederzubeleben.

In einem Blogbeitrag erzählt er jetzt, wie er mit der Hesse Antiqua™ eine Schrift digitalisierte, die Gudrun Zapf von Hesse vor 70 Jahren entworfen hat. Zur Feier der Veröffentlichung druckte die Berliner Galerie P98A einige Schriftmuster mit uns.

Mehr zu diesem spannenden Thema findet Ihr hier: https://www.p98a.com/…/hesse-antiqua-post-digital-letterpre… (engl.) und hier https://www.monotype.com/…/hesse-antiqua-zum-100-geburtstag/ (deutsch).

Friedrich Ulrich und Daniel Klotz am OHZ Original Heidelberger Zylinder |©Norman Posselt · www.normanposselt.com
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Was ist oder macht ein Bogenfänger?

Bogenfängerin Lunia D´Ambrosio an der Johannisberger Schnellpresse

An der Johannisberger Schnellpresse drucken wir immer zu zweit: Mit einem Drucker und einem Bogenfänger (auch „Bogenvize“ genannt). Was ist oder macht ein Bogenfänger, bzw. eine Bogenfängerin?

Es gibt zwei Interpretationen.

  1. Einmal kann ein Bogenfänger eine Vorrichtung an einer Druckmaschine sein.
  2. Häufiger ist jedoch ein Helfer gemeint, der „[…] sofern die Maschine nicht mit Selbstausleger versehen ist […] den Bogen wendet und auf die schon daliegenden Bogen legt*. Sofern die Maschine einen Ausleger hat, sorgt/e der Bogenfänger dafür, „[…] dass die bedruckten Bogen in der Auslage der Druckmaschine ordentlich ausgerichtet lagen.“* Bevor jetzt jemand ruft: „Immer diese pingeligen Deutschen, ist doch egal, ob die Bogen ganz akkurat gestapelt liegen!“ Er kann gerne einmal versuchen, einen in sich verrutschten Stapel Bogen zu schneiden. Weiterlesen
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Die Krautreporter-Zeitung ist fertig. Und richtig groß!

Daniel Klotz bei der Präsentation der fertigen Krautreporter-Zeitung am 24.11.2018 in Berlin; Foto: Krautreporter

Das ist ganz schön groß. Auf der Johannisberger Schnellpresse drucken wir bis zum max. Papierformat von 130 x 92 cm. Hier zeigt Daniel dem Krautreporter-Vorstand die fertige Krautreporter-Zeitung, bei der uns neben dem großen Format auch das sehr leichte Zeitungsdruckpapier eine steile Lernkurve bescherte. *** That’s pretty big. On the Johannisberger Schnellpresse we print up to the max. paper size of 130 x 92 cm. Here Daniel shows the Krautreporter board the finished two-coloured Krautreporter newspaper for the first time. In addition to the large format, the very light newsprint paper also gave us a steep learning curve.

Daniel Klotz bei der Präsentation der fertigen Krautreporter-Zeitung am 24.11.2018 in Berlin; Foto: Krautreporter

Daniel Klotz bei der Präsentation der fertigen Krautreporter-Zeitung am 24.11.2018 in Berlin; Foto: Krautreporter

Erik Spiekermann bei der Präsentation der fertigen Krautreporter-Zeitung am 24.11.2018 in Berlin; Foto: Krautreporter

Erik Spiekermann bei der Präsentation der fertigen Krautreporter-Zeitung am 24.11.2018 in Berlin; Foto: Krautreporter

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Unsere Krause Kniehebelpresse druckte auf der Ausstellung „Buch und Bild Havanna“

Offene Druckwerkstatt "Buch und Bild Havanna – Berlin" | Foto: 2018 D. Reichenbach/Reinbeckhallen

Dieser Beitrag erhielt auf Facebook 89 Likes. Mitte November war Daniel wieder einmal mit unserem „mobilen“ Drucker, der Krause Kniehebelpresse, unterwegs. Besucher der Offenen Druckwerkstatt „Buch und Bild Havanna – Berlin“ in den Reinbeckhallen konnten auf „Frau Krause“ Plakate drucken. Die Ausstellung zeigt bis zum 20.12.2018 Künstlerbücher und Plakatkunst aus Kuba, hier findet ihr eine ausführliche Beschreibung. Vielen Dank an Ulrike Koloska von der ausrichtenden Humboldt-Universität für die Einladung zum Mitmachen! Hier geht es zum Facebook-Post.

 Offene Druckwerkstatt Buch und Bild Havanna – Berlin

Daniel Klotz (rechts mit Farbwalze) fachsimpelt mit Benno Koloska; Offene Druckwerkstatt „Buch und Bild Havanna – Berlin“ 2018 | Foto: Doreen Reichenbach/Reinbeckhallen

 Offene Druckwerkstatt Buch und Bild Havanna – Berlin

Offene Druckwerkstatt „Buch und Bild Havanna – Berlin“ 2018 | Foto: Doreen Reichenbach/Reinbeckhallen

 Offene Druckwerkstatt Buch und Bild Havanna – Berlin

Offene Druckwerkstatt „Buch und Bild Havanna – Berlin“ 2018 | Foto: Doreen Reichenbach/Reinbeckhallen

 Offene Druckwerkstatt Buch und Bild Havanna – Berlin 2018 | Foto: Doreen Reichenbach/Reinbeckhallen

Stolz wie Oskar: Benno Koloska mit selbst bedrucktem T-Shirt; Offene Druckwerkstatt „Buch und Bild Havanna – Berlin“ 2018 | Foto: Doreen Reichenbach/Reinbeckhallen

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Inline-Perforation an der Johannisberger Schnellpresse

Für den Druck der Krautrepoter-Zeitung hatten wir uns noch etwas Besonderes überlegt. Die Zeitung sollte so gefalzt und perforiert werden, dass der Leser die Seiten erst auftrennen muss, unbeschnitten, wie früher viele Bücher ausgeliefert wurden. Wobei – müsste es dann nicht ungeschnitten heißen? Unbeschnitten kann ja auch bedeuten, dass die Seitenränder nur nicht gerade beschnitten wurden. Bei ganz alten Zeitschriften sieht man das oft, bei denen das Papier an den Rändern so krumm und schief ist, wie es vom Sieb abgenommen wurde.

Druckerzeugnisse waren damals teuer, Buchblöcke zum Beispiel wurden oft ohne Einband verkauft. Die unbeschnittene Auslieferung sollte das Innere des Buchblocks für den Transport und ggf. die Weiterverarbeitung schützen. Heute hat ein unbeschnittenes Buch bzw. eine unbeschnittene Zeitung einen eher ästhetischen Wert für den Leser – und es macht auch mehr Spaß, die Zeitung selbst zu öffnen!

So weit die Idee. Die Johannisberger Schnellpresse, auf der wir die Zeitung in druckten, kann auch Papier schneiden, und zwar inline während des Druckprozesses! Wo man schneiden kann, sollte man doch auch perforieren können, waren wir uns sicher.

Ganz so leicht war es dann doch nicht, denn das sehr leichte Zeitungsdruckpapier reagierte extrem empfindlich auf das Perforationsrad. Mal lagen die Einschnitte zu eng, dort ergab es eher einen kompletten Schnitt, als eine Perforation. Mal lagen sie zu weit auseinander, man konnte die perforierte Linie also nicht sauber öffnen.

Die Lösung brachte nach vielen Versuchen ein selbstgebautes Perforationsrad. Das Ergebnis zeigen wir euch hier demnächst.

Krautreporter, Inline-Perforation, Perforation, Buchdruck, Zeitungsdruck, Johannisberger Schnellpresse
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Daniel Klotz im Podcast mit InsidePrint

In der vierten Ausgabe des Druckexperten-Podcasts InsidePrint berichtete Daniel im Gespräch mit Britta Wartke und Sebastian Senff über unsere Arbeit und von seiner Nebenrolle als Drucker in der Filmreihe Babylon Berlin.

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Die Ludlow-Zeilensetzmaschine läuft wieder

Ludlow Zeilensetzmaschine, Letterpress, Buchdruck, Buchhochdruck, Handsatz, Maschinensatz

Daniel war in den letzten Tagen damit beschäftigt, eine Ludlow-Zeilengießmaschine in der Galerie P98A wiederzubeleben. Vielen Dank auch an Don C. Black aus Canada und an Dafi Kühne aus der Schweiz für die tollen Tips inkl. Live-Video-Support bei der Instandsetzung!

Die Ludlow ist eine ganz besondere Maschine mit einem recht eingeschränkten Funktionsumfang. Mit ihr kann man eigentlich „nur“ im Handsatz Matrizen zu Zeilen setzen, die – mit Blei ausgegossen – eine druckbare Zeile ergeben.

Schön ist, dass man mit ihr spationieren und perfekt ausgleichen kann, wie im Handsatz eben. Da fragt man sich allerdings: Wenn ich hier wie im Handsatz arbeite, wozu brauche ich dann eine Setzmaschine? Da kann ich ja auch gleich in der gewünschten Bleischrift setzen? Doch genau darin liegt der Vorteil der Ludlow.

Letterpress, Buchdruck, Buchhochdruck, Handsatz, Maschinensatz

Ludlow-Zeilensetzmaschine

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